So spielst du FreeCell – Regeln & Strategie
FreeCell meistern – mit klaren Regeln, cleveren Strategien, detailliertem Punktesystem und Profi-Wissen für nahezu jede lösbare Partie.
Inhaltsverzeichnis
Was ist FreeCell Solitär?
FreeCell ist der Cousin von Klondike mit „offenen Karten“. Jede Karte liegt von Anfang an aufgedeckt – kein böses Erwachen durch einen unglücklichen Flip. Stattdessen dienen vier kleine freie Zellen als Zwischenablage. Indem du Karten zwischen Tableau-Spalten, freien Zellen und Basisstapeln hin- und herbewegst, entwirrst du das Deck und baust jede Farbe vom Ass bis zum König auf. Da nur verschwindend wenige Verteilungen unlösbar sind, ist FreeCell ein reiner Test für Weitblick und Ressourcenmanagement. Ein unachtsamer Zug kann eine eigentlich lösbare Partie ruinieren; eine inspirierte Zugfolge kann das ganze Puzzle aufsprengen.
Ziel von FreeCell Solitär
Die Mission ist glasklar:
Bringe alle 52 Karten auf die vier Basisstapel – aufsteigend (A → K) und nach Farbe sortiert.
Die Herausforderung liegt im Jonglieren mit begrenztem Platz. Jede freie Zelle fasst genau eine Karte, und wie lange die Sequenzen sein dürfen, die du am Stück bewegst, hängt davon ab, wie viele freie Zellen und leere Tableau-Spalten du offen gehalten hast.
Die vollständigen Regeln von FreeCell Solitär

Spielaufbau
- Teile acht Spalten von links nach rechts aus:
- Spalten 1-4 → je 7 Karten
- Spalten 5-8 → je 6 Karten
- Vier freie Zellen (oben links) bleiben leer.
- Vier Basisstapel (oben rechts) bleiben leer.
- Alle Karten liegen offen – keine Überraschungen.
Tipp: Viele Apps beschriften die Spalten mit „C1…C8“, die freien Zellen mit „F1…F4“ und die Basisstapel mit „H‑♦‑♣‑♠“ – das erleichtert Notation und Zugverfolgung.
Regeln für Kartenbewegungen
Im Tableau
- Baue absteigend und in abwechselnden Farben (z. B. schwarze 8 auf rote 9).
- Eine ganze Sequenz darfst du nur dann bewegen, wenn genug Platz vorhanden ist, um jede Karte einzeln zu verschieben – siehe die Power-Move-Formel weiter unten.
Freie Zellen nutzen
- Eine freie Zelle fasst eine Karte auf einmal.
- Karten aus freien Zellen dürfen jederzeit zurück in eine Tableau-Spalte oder – sofern regelkonform – auf einen Basisstapel aufsteigen.
Auf die Basisstapel
- Baue A → K nach Farbe.
- Einmal abgelegte Karten bleiben liegen (unsere Web-Version sperrt die Basisstapel, um versehentliches Herausziehen zu verhindern).
Mehrere Karten effizient bewegen
Die maximale Zahl gemeinsam bewegbarer Karten beträgt:
Leere freie Zellen + 1
Punktesysteme in FreeCell Solitär
FreeCell auf Card & Puzzle belohnt effizientes Spiel, ohne Kreativität zu bestrafen.
Zugpunkte (zwei Phasen)
Erste 2 Minuten
- Karte auf einen Basisstapel legen: +20 Punkte
- Karte vom Basisstapel zurück ins Tableau: –20 Punkte
Nach 2 Minuten
- Karte auf einen Basisstapel legen: +10 Punkte
- Karte vom Basisstapel zurück: –10 Punkte
Alle anderen Züge (Tableau ↔ Tableau oder von/zu freien Zellen): 0 Punkte
Zeitbonus
- 700 000 ÷ Spieldauer (Sekunden)
- Kein Bonus für Partien unter 30 s (Anti-Cheat).
Ein Sieg in 4 min (240 s) → 2 916 Bonuspunkte.
Blitzschnelle 2 min 20 s (140 s) bringen 5 000 Punkte – vorausgesetzt, deine Zugbilanz bleibt sauber.
Strategie-Tipps für FreeCell Solitär
1. Leere früh eine Spalte
Eine leere Spalte ist die mächtigste Ressource in FreeCell – sie wirkt wie eine übergroße freie Zelle, die eine ganze Sequenz aufnehmen kann. Opfere kurzfristige Punkte, um schnell eine zu öffnen.
2. Halte die freien Zellen frei
Betrachte freie Zellen als Atempause, nicht als Lagerraum. Sind erst einmal drei oder vier Zellen verstopft, fehlt dir jeder Spielraum, um Sequenzen zu verschieben.
3. Baue die Basisstapel gleichmäßig auf
Wer eine Farbe im Eiltempo nach oben zieht, entzieht dem Tableau wichtige Zwischenkarten. Hebe alle Farben möglichst parallel an, besonders durch die mittleren Ränge (5-9).
4. Denke rückwärts
Frage dich vor jedem Zug: „Wo muss diese Karte in dem Moment liegen, in dem ich gewinne?“ Arbeite von diesem zukünftigen Brettzustand aus rückwärts.
5. Befreie niedrige Blocker zuerst
Begrabene 4er bis 7er verstopfen Sequenzen besonders oft. Befreie sie zuerst; Könige und Damen finden von selbst ihren Platz, sobald die niedrigen Ränge Luft haben.
6. Reserviere Könige für leere Spalten
Einen König in eine freie Zelle zu parken ist wie ein Sofa im Flur – alles andere bleibt stecken. Warte, bis eine Spalte frei wird.
7. Lerne das „Surfacing“
Manchmal kannst du ein Ass per Surfacing freilegen: Schichte vorübergehend höhere Karten der Gegenfarbe darüber, um es zu erreichen, und schäle sie anschließend in umgekehrter Reihenfolge wieder ab.
Fortgeschrittene Taktiken
Basisstapel zurückbauen
Digitale FreeCell-Varianten erlauben teils das Zurücknehmen von Karten aus den Basisstapeln. In seltenen Fällen rettet das Zurückholen einer niedrigen Karte (3♣ zurück ins Tableau) eine sonst verlorene Partie, weil du damit eine Sequenz der anderen Farbe neu aufbauen kannst. Das kostet Punkte – wäge die Strafe gegen den möglichen Sieg ab.
Tempo vs. Effizienz
Speedrunner jagen Zeiten unter zwei Minuten und spammen Power-Moves mit reichlich Hin und Her; Highscore-Jäger wählen bedachte Wege mit möglichst wenigen Zügen. Entscheide dich vor dem Start des Timers, welche Metrik dir wichtiger ist.
Verteilungen erkennen
Vielspieler erkennen „Leichte“ (unkomplizierte Verteilungen) und „Biester“ (lange erzwungene Zugfolgen) auf einen Blick. Siehst du ein Ass unter einem gleichfarbigen Wächter begraben, während drei freie Zellen schon mit niedrigen Karten belegt sind, stell dich auf Schwerstarbeit ein.
Typische Fehler (und ihre Lösung)
Freie Zellen zu früh füllen
Lösung: Frage dich vor dem Parken jeder Karte: „Wie bekomme ich sie wieder heraus?“Farbbalance ignorieren
Lösung: Hebe rote und schwarze Farben möglichst im Gleichschritt an, damit dir stets Gegenfarben zum Weben von Sequenzen bleiben.Vorschneller Basisstapel-Rausch
Lösung: Lass niedrige Karten (A-4) im Tableau, bis sie dort keine längeren Folgen mehr verankern.Leere Spalten unterschätzen
Lösung: Denk daran: Sie verdoppeln deine Zugkapazität – eine zu erobern ist fast jeden Umweg wert.
Wahrscheinlichkeiten und Statistik
- Von den ursprünglichen 32.000 Microsoft-Verteilungen wurde nur für eine einzige keine Lösung gefunden – #11.982.
Geschichte und Wissenswertes
- 1978: Paul Alfille entwickelte FreeCell als Computerspiel auf dem PLATO-System der University of Illinois – damit ist es eine der wenigen Solitär-Varianten, die digital entstanden sind statt am Kartentisch.[1][2]
- 1991: Jim Horne implementierte FreeCell unabhängig davon für Windows als Teil des Microsoft Entertainment Pack und machte Alfilles Erfindung so einem weit größeren Publikum zugänglich.
- Später lag FreeCell Windows direkt bei – Büroangestellte führten Hall-of-Shame-Listen für ungelöste Verteilungen.
- Heute: FreeCell dient im Unterricht als Anschauungsbeispiel für algorithmische Planung und Entscheidungsbäume.
Einsteiger-FAQ (Extras)
Warum verweigert das Spiel meinen langen Zug?
Weil das Power-Move-Limit sagt: zu wenig freier Platz. Räume eine weitere freie Zelle oder Spalte frei und versuche es erneut.
Was ist eine „gute“ Gewinnquote?
Über 90 % zeugt von soliden Grundlagen. Wer die 98 % knackt, gehört zur Elite.
Wie verbessere ich mich am schnellsten?
- Spiele dieselbe Verteilung so lange erneut, bis du sie löst – lerne aus deinen Fehltritten.
- Schau dir einen Speedrun deines Seeds an und studiere effiziente Zuglinien.
- Konzentriere dich allein darauf, jederzeit eine freie Zelle offen zu halten – die Lösungen ergeben sich dann fast von selbst.
Quellen
- Dear, B. (2017). The Friendly Orange Glow: The Untold Story of the PLATO System and the Dawn of Cyberculture. Pantheon Books. ISBN 978-1101871553. ^
- Wikipedia. "FreeCell." ^