So spielst du Solitär – Klondike-Regeln & Strategie
Solitär meistern: Der komplette Klondike-Guide mit Regeln, Punktesystem, Spielaufbau und Strategie-Tipps, die deine Gewinnquote deutlich steigern.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Klondike Solitär?
Klondike ist der Klassiker unter den Solitär-Kartenspielen – das Spiel, das die meisten vor Augen haben, wenn sie „Solitär“ hören. Wenn du je an einem Windows-PC gesessen hast, kennst du vermutlich die Microsoft-Version. In diesem Spiel für eine Person sortierst du alle Karten nach Farbe auf vier Basisstapel: Du beginnst mit den Assen und baust bis zu den Königen auf. Klondike ist bekannt dafür, leicht erlernbar zu sein – aber schwer, konstant zu gewinnen.
Klondike balanciert Zugänglichkeit und Tiefgang perfekt aus: Die Regeln lernt jeder in wenigen Minuten, doch die Strategie zu meistern kann deutlich länger dauern. Damit ist es das ideale Spiel für eine kurze Denkpause genauso wie für eine längere, entspannte Runde. Was Klondike so zeitlos macht, ist dieses befriedigende Gefühl, wenn du einen Basisstapel vollendest oder eine entscheidende verdeckte Karte aufdeckst.
Ziel von Klondike Solitär
Dein Ziel ist simpel: Bewege alle 52 Karten auf die vier Basisstapel, sortiert nach Farbe und in aufsteigender Reihenfolge (Ass bis König). Die Herausforderung entsteht durch den begrenzten Zugriff auf die Karten und die strategischen Entscheidungen, mit denen du verdeckte Karten freilegst.
Die vollständigen Regeln von Klondike Solitär

Spielaufbau
- Ein Standardkartenspiel mit 52 Karten wird gemischt und in sieben Stapel (das sogenannte Tableau) ausgeteilt:
- Der erste Stapel enthält 1 Karte (offen)
- Der zweite 2 Karten (1 verdeckt, 1 offen)
- Der dritte 3 Karten (2 verdeckt, 1 offen)
- Und so weiter, bis der siebte Stapel 7 Karten enthält (6 verdeckt, 1 offen)
- Die übrigen 24 Karten bilden den Talon (auch Nachziehstapel genannt)
- Vier freie Plätze oben sind für die Basisstapel reserviert
Regeln für Kartenbewegungen
Im Tableau:
- Du kannst Karten zwischen den Tableau-Stapeln bewegen – aber nur absteigend und in abwechselnden Farben (Rot/Schwarz)
- Beispiel: Eine rote 9 darf auf eine schwarze 10, eine schwarze 5 auf eine rote 6
- Nur die oberste Karte jedes Stapels darf bewegt werden – außer du verschiebst eine zusammenhängende Folge offener Karten
- Ein leerer Tableau-Platz darf nur mit einem König (oder einer Folge, die mit einem König beginnt) gefüllt werden
Vom Talon/Ablagestapel:
- Decke jeweils 1 Karte vom Talon auf den Ablagestapel auf (im Standard-Klondike)
- Die oberste Karte des Ablagestapels ist spielbar
- Ist der Talon leer, drehst du den Ablagestapel um und bildest daraus einen neuen Talon (in der Regel beliebig oft)
Auf die Basisstapel:
- Jeder Basisstapel wird nach Farbe vom Ass bis zum König aufgebaut
- Karten dürfen aus dem Tableau oder vom Ablagestapel auf die Basisstapel wandern
- Eine bereits abgelegte Karte darf mitunter zurück ins Tableau, wenn dir das weiterhilft
Varianten von Klondike
Turn 1 vs. Turn 3
- Turn 1: Du ziehst eine Karte auf einmal vom Talon. Die Standard-Variante – und die leichtere.
- Turn 3: Du ziehst drei Karten auf einmal, nur die oberste ist spielbar. Das macht die Partie deutlich kniffliger.
Punktesysteme in Klondike Solitär
Standard-Wertung
- Karte auf einen Basisstapel legen: +10 Punkte
- Karte vom Ablagestapel ins Tableau: +5 Punkte
- Verdeckte Tableau-Karte aufdecken: +5 Punkte
- Karte vom Basisstapel zurück ins Tableau: –10 Punkte
- Zeitbonus: 700 000 ÷ Spieldauer in Sekunden (kein Bonus, wenn die Partie unter 30 s endet)
Strategie-Tipps für Klondike Solitär
1. Decke verdeckte Karten zuerst auf
Das größte Hindernis auf dem Weg zum Sieg sind Karten, die du weder sehen noch erreichen kannst. Bevorzuge Züge, die verdeckte Karten im Tableau umdrehen – selbst wenn du dafür das Ablegen auf die Basisstapel aufschiebst.
2. Schaffe leere Tableau-Plätze
Leere Plätze (die nur Könige aufnehmen) verschaffen dir enorme Flexibilität. Versuche früh, einen kompletten Tableau-Stapel zu leeren, wenn absehbar ist, dass alle seine Karten anderswo unterkommen.
3. Lege Karten nicht vorschnell auf die Basisstapel
Nur weil du eine Karte ablegen kannst, heißt das nicht, dass du es solltest. Bedenke:
- Asse und Zweien etwas länger im Tableau zu behalten hilft manchmal, mehr Karten freizulegen
- Bei höheren Karten (vor allem ab der 8) lohnt es sich, zweimal nachzudenken – du brauchst sie womöglich noch für Tableau-Sequenzen
4. Denke voraus, bevor du Sequenzen verschiebst
Überlege vor dem Verschieben einer Kartenfolge auf einen anderen Tableau-Stapel, welche Karte dadurch freigelegt wird – und ob dir das strategisch wirklich weiterhilft.
5. Halte die Basisstapel farblich im Gleichgewicht
Lass die Basisstapel möglichst gleichmäßig wachsen. Sind die roten Farben (Herz und Karo) deutlich weiter als die schwarzen (Kreuz und Pik), bekommst du wegen des Farbwechsel-Prinzips schnell Probleme, im Tableau neue Sequenzen zu bauen.
6. Wann du die Regeln brechen darfst
Manchmal solltest du vom Grundsatz „immer verdeckte Karten aufdecken“ abweichen:
- Wenn du ein Ass oder eine Zwei ablegen kannst, ohne im Tableau Flexibilität zu verlieren
- Wenn du eine bestimmte Karte im Ablagestapel freispielen musst, bevor sie begraben wird
7. Mehrere Züge vorausplanen
Starke Spieler denken mehrere Züge voraus. Überlege dir schon vor dem Ziehen vom Talon, was du mit möglichen Karten anfangen würdest. Mach dir klar, welche Karten du brauchst und wo sie stecken könnten – und arbeite dich dann systematisch zu ihnen vor:
- Brauchst du eine rote 6, prüfe, welche Tableau-Stapel noch verdeckte Karten haben, unter denen sie liegen könnte
- Hast du mehrere Optionen, wähle den Zug, der dir Zugang zu mehr verdeckten Karten verschafft
- Manchmal ist der beste Zug, mit dem Ablegen auf die Basisstapel zu warten, um beim Bauen im Tableau flexibel zu bleiben
Wahrscheinlichkeiten und Statistik
Gewinnquoten
- Rund 82 % aller Klondike-Verteilungen sind theoretisch lösbar – es existiert also eine gewinnende Zugfolge[1]
- In der Praxis gewinnen die meisten weit seltener – Computerprogramme gewinnen etwa doppelt so viele Partien wie menschliche Expertenspieler[2]
- Turn-3-Klondike ist deutlich schwerer und drückt die praktische Gewinnquote weiter
Unlösbare Verteilungen
Ja, manche Klondike-Verteilungen sind mathematisch unmöglich zu gewinnen – ganz gleich, wie perfekt du spielst. Gib also nicht dir selbst die Schuld für jede Niederlage!
Faszinierende mathematische Fakten
Die Zahl der möglichen Ausgangsverteilungen ist astronomisch: Es gibt 52! (Fakultät) Möglichkeiten, ein Kartenspiel anzuordnen – das sind ungefähr 8×10^67 verschiedene Reihenfolgen. Mehr als die geschätzte Zahl der Atome in unserer Galaxie!
Von all diesen Möglichkeiten haben laut Computeranalysen etwa 82 % der Klondike-Verteilungen mindestens eine gewinnende Zugfolge.[1] Wenn du also alles versucht hast und trotzdem nicht gewinnst, stehen die Chancen etwa 1 zu 5, dass die Partie von Anfang an unlösbar war.
Geschichte und Wissenswertes
Klondike Solitär verdankt seinen Namen vermutlich der Klondike-Region im kanadischen Yukon, Schauplatz des berühmten Goldrauschs im späten 19. Jahrhundert. Das Spiel war bei Goldsuchern und Minenarbeitern in den langen, einsamen Wintern beliebt. Stell dir Goldgräber in abgelegenen Hütten vor, die sich zwischen zwei Expeditionen die Zeit vertreiben und beim Schein der Öllampe Karten auf grob gezimmerte Tische legen.
Der Name selbst hat eine verworrene Geschichte. In Amerika wurde Klondike früher auch „Canfield“ genannt – nach dem Canfield Casino in Saratoga Springs, New York – obwohl „Canfield“ heute ein völlig anderes Spiel bezeichnet (das die Briten „Demon“ nennen). Die ältesten dokumentierten Regeln für das, was wir heute Klondike nennen, erschienen 1907 in der Ausgabe von Hoyle’s Games unter dem Namen „Seven-Card Klondike“.[4]
Im Vereinigten Königreich und einigen anderen Ländern – und traditionell auch im deutschsprachigen Raum – sind Solitär-Kartenspiele als „Patience“ bekannt, benannt nach der Tugend, die man zum erfolgreichen Spielen braucht. Dieser Namensunterschied zeigt schön, wie das Spiel wahrgenommen wird: als Zeitvertreib für Alleinspieler oder als Übung in Geduld und vorausschauender Planung.
Microsoft legte Klondike Solitär 1990 Windows 3.0 bei – nicht nur zur Unterhaltung, sondern um den Umgang mit der Maus zu schulen: Ziehen und Ablegen wurde so auf spielerische, entspannte Art vermittelt.[3] Dieser clevere Schachzug half Millionen von Büroangestellten und Heimanwendern, sich mit der damals neuen Maussteuerung vertraut zu machen. Tatsächlich gilt Klondike Solitär als eines der meistgespielten Computerspiele aller Zeiten – und hat zweifellos unzähligen Menschen über Jahrzehnte beim Aufschieben ihrer Arbeit geholfen!
Häufig gestellte Fragen
Ist jede Partie Klondike lösbar?
Nein. Mathematische Analysen zeigen, dass manche Ausgangsverteilungen selbst mit perfektem Spiel nicht zu gewinnen sind. Die Mehrheit der Partien lässt sich mit optimalem Spiel aber gewinnen.
Was ist der Unterschied zwischen Klondike und normalem Solitär?
Es ist dasselbe Spiel! „Solitär“ bezeichnet eigentlich jedes Kartenspiel für eine Person – im allgemeinen Sprachgebrauch, besonders in den USA, ist mit „Solitär“ aber meist genau Klondike gemeint.
Was ist die beste Strategie, wenn ich feststecke?
Suche nach diesen Gelegenheiten:
- Verdeckte Karten, die sich aufdecken lassen
- Einen leeren Tableau-Platz für einen König schaffen
- Karten vom Ablagestapel ins Tableau bringen, auch wenn sie nicht sofort weiterhelfen
- Als letzter Ausweg: niedrige Karten auf die Basisstapel legen, um neue Talon-Karten zu sehen
Wie lange dauert eine durchschnittliche Partie?
Die meisten Partien dauern 3 bis 10 Minuten – je nach Erfahrung und Schwierigkeit der Verteilung.
Ist Klondike Glück oder Können?
Beides. Das Glück bestimmt zwar die Startverteilung und die Reihenfolge im Talon, doch Können und Strategie steigern deine Gewinnchancen erheblich. Gute Spieler gewinnen konstant öfter als Anfänger.
Warum bleibe ich manchmal mit den letzten paar Karten hängen?
Ein bekannter Frust! Oft kommst du bis auf die letzten Karten – und plötzlich geht nichts mehr. Meist stecken dann Schlüsselkarten in einer ungünstigen Reihenfolge im Talon: Du bräuchtest etwa die rote 7 vor der schwarzen 8, aber sie liegen genau andersherum. Mit etwas Übung vermeidest du solche Sackgassen immer besser, indem du mehrere Züge vorausplanst.
Gibt es professionelle Klondike-Spieler?
Nicht im klassischen Sinne professioneller Kartenspieler. Es gibt aber ambitionierte Speedrunner, die Klondike-Partien so schnell wie möglich lösen, und manche Online-Plattformen veranstalten Turniere mit Bestenlisten. Der eigentliche Wettkampf bei Klondike findet meist gegen dich selbst statt – du willst deine Gewinnquote verbessern oder deine Bestzeit schlagen.
Quellen
- Bjarnason, R., Tadepalli, P., & Fern, A. (2007). "Searching Solitaire in Real Time." ICGA Journal, 30(3), 131–142. ^
- Yan, X., Diaconis, P., Rusmevichientong, P., & Van Roy, B. (2004). "Solitaire: Man Versus Machine." Advances in Neural Information Processing Systems 17. MIT Press. ^
- The Strong National Museum of Play (2019). "Microsoft Solitaire." World Video Game Hall of Fame. museumofplay.org ^
- Wikipedia. "Klondike (solitaire)." ^