So spielst du Yukon Solitär – Regeln & Strategie
Meistere Yukon Solitär: klare Regeln, Strategie-Tipps und Punktesystem. Lerne, jede sichtbare Karte samt Stapel zu bewegen – egal, was auf ihr liegt.
Inhaltsverzeichnis
Was ist Yukon Solitär?
Yukon Solitär ist der mutige, freiheitsliebende Cousin in der Solitär-Familie. Es teilt zwar seine DNA mit Klondike – die Tableau-Stapel werden absteigend und abwechselnd rot und schwarz aufgebaut –, bricht aber mit der wichtigsten Grundregel der Kartenbewegung: Jede sichtbare Karte darf bewegt werden, egal was auf ihr liegt – sie zieht ihren gesamten Stapel hinter sich her wie ein Bergsteiger seine Seilschaft.
Diese eine Regeländerung erschafft eine völlig andere strategische Landschaft. Es gibt keinen Talon, aus dem du nachziehen kannst, wenn du feststeckst – nur 52 Karten, einige davon verdeckt, die sorgfältige Ausgrabungsarbeit und geplante Umzüge verlangen. Der Aufbau erinnert an die Alles-liegt-im-Spiel-Spannung von FreeCell, jedoch ohne die strengen Bewegungsregeln, die FreeCell so mathematisch rein machen.
Yukon entstand vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts in Nordamerika – benannt nach dem rauen kanadischen Territorium, dessen Goldrausch einst wagemutige Glücksritter anzog. Wie sein Namensgeber belohnt das Spiel alle, die zu mutigen Zügen und klug kalkulierten Risiken bereit sind. Sein Markenzeichen – die Freiheit, jede sichtbare Karte zu greifen – fängt diesen Pioniergeist perfekt ein: grenzenlose Möglichkeiten, gepaart mit den Konsequenzen voreiliger Entscheidungen.
Das Ziel von Yukon Solitär
Bringe alle 52 Karten auf die vier Basisstapel – nach Farbe aufsteigend vom Ass bis zum König.
Klingt simpel, doch der ganze Reiz liegt im Weg dorthin. Du musst Stapel strategisch umziehen, verdeckte Karten freilegen und mit den Zwängen des Rot-Schwarz-Wechsels jonglieren – ganz ohne das Sicherheitsnetz eines Talons, aus dem du nachziehen könntest, wenn du feststeckst.
Die vollständigen Regeln von Yukon Solitär

Aufbau
Teile sieben Spalten Tableau-Karten aus:
- Spalte 1: 1 Karte (offen)
- Spalte 2: 6 Karten (1 offen, 5 verdeckt)
- Spalte 3: 7 Karten (2 offen, 5 verdeckt)
- Spalte 4: 8 Karten (3 offen, 5 verdeckt)
- Spalte 5: 9 Karten (4 offen, 5 verdeckt)
- Spalte 6: 10 Karten (5 offen, 5 verdeckt)
- Spalte 7: 11 Karten (6 offen, 5 verdeckt)
Kein Talon – alle 52 Karten liegen von Beginn an im Tableau.
Vier leere Basisstapel warten oben rechts darauf, nach Farbe aufgebaut zu werden.
Regeln für Kartenbewegungen
Im Tableau:
Baue die Tableau-Spalten absteigend im Rang und abwechselnd rot und schwarz (rote 9 auf schwarze 10, schwarze 2 auf rote 3).
Die Schlüsselregel: Jede sichtbare Karte darf bewegt werden – egal, was auf ihr liegt. Beim Umzug nimmt sie alle darauf liegenden Karten mit, selbst wenn diese keine Sequenz bilden.
Beispiel: Zeigt ein Stapel ♠7, ♥3, ♦9, ♠4, kannst du die ♥3 auswählen und alle drei Karten (♥3, ♦9, ♠4) als Einheit auf eine passende Tableau-Karte ziehen – etwa eine ♠4 auf eine ♥5.
Leere Spalte: In eine leere Tableau-Spalte darf nur ein König (oder ein Stapel mit einem König an der Basis) gelegt werden.
Basisstapel aufbauen
Baue die Basisstapel nach Farbe aufsteigend vom Ass bis zum König auf.
Du kannst Karten vom Tableau auf die Basisstapel legen – und bei Bedarf auch wieder zurück ins Tableau (das kostet allerdings üblicherweise Punkte).
Karten aufdecken
Legst du durch einen Zug eine verdeckte Karte frei, wird sie automatisch aufgedeckt.
Eine Karte darf nur bewegt werden, wenn es dafür einen regelkonformen Platz im Tableau oder auf den Basisstapeln gibt.
Siegbedingungen
Gewonnen hast du, wenn alle 52 Karten auf den vier Basisstapeln liegen.
Verloren ist die Partie, wenn keine regelkonformen Züge mehr möglich sind, während noch Karten im Tableau liegen.
Punktesystem
Yukon belohnt strategisches Spiel und lässt zugleich Raum für kreative Lösungen.
Zugpunkte
- Tableau → Basisstapel: +10 Punkte
- Tableau → Tableau: +2 Punkte
- Basisstapel → Tableau: –15 Punkte (Strafe fürs Zurücknehmen)
- Aufdecken einer verdeckten Karte: +5 Punkte
Zeitbonus
- Formel: 800.000 ÷ Spielzeit in Sekunden
- Beispiel: Sieg in 4 Minuten (240 Sekunden) = 3.333 Bonuspunkte
- Kein Zeitbonus für Partien unter 30 Sekunden (Schutz vor Schummelei)
Tipp: Die höchsten Punktzahlen erzielt oft ein ausgewogener Stil. Blitzschnelle Spieler kassieren riesige Zeitboni, verlieren aber Punkte durch überflüssige Züge; bedächtige Spieler machen weniger Züge, opfern dafür Zeitbonus-Potenzial.
Strategie-Tipps für den Sieg bei Yukon Solitär
1. Verdeckte Karten früh aufdecken
Jede verdeckte Karte ist eine unbekannte Ressource. Bevorzuge Züge, die diese verborgenen Schätze ans Licht bringen – selbst wenn du dafür kurzzeitig eine vielversprechende Sequenz aufbrichst. Eine frisch aufgedeckte Karte kann genau das fehlende Puzzleteil sein, das einen festgefahrenen Teil des Tableaus löst.
2. Asse zügig auf die Basisstapel bringen
Während es in manchen Solitär-Varianten clever sein kann, Asse im Tableau zu halten, gilt bei Yukon: Asse früh auf die Basisstapel! Das eröffnet sofort Aufbaumöglichkeiten und entlastet das Tableau. Jedes umgezogene Ass ist eine Karte weniger, die dir den Weg zum Sieg verstellt.
3. Leere Spalten strategisch schaffen
Eine leere Spalte ist Gold wert. Sie bietet dir Flexibilität, um sperrige Stapel zwischenzuparken, während du andere Spalten neu ordnest. Denk aber daran: Nur Könige dürfen in leere Spalten – plane voraus, damit du den freien Platz auch wirklich nutzen kannst.
4. Mehrere Züge vorausdenken
Weil jede sichtbare Karte bewegt werden darf – egal, was auf ihr liegt –, verlangt Yukon, dass du mehrere Schritte über den nächsten Zug hinausdenkst. Bevor du eine Karte mit einem großen Stapel darauf umziehst, stell dir vor, wie das Tableau danach aussieht. Entstehen bessere Möglichkeiten – oder tauschst du nur ein Problem gegen ein anderes?
5. Tableau-Pflege und Basisstapel im Gleichgewicht halten
Verdeckte Karten aufzudecken ist entscheidend – vernachlässige darüber aber nicht den Aufbau der Basisstapel. Jede dorthin gespielte Karte ist eine Karte weniger, die das Tableau verstopft. Sei jedoch vorsichtig damit, höhere Karten zu früh abzulegen: Manchmal ist eine 8 oder 9 im Tableau nützlicher als auf ihrem Basisstapel.
6. Die „Trittstein“-Technik nutzen
Manchmal dient eine Karte als Zwischenstation, um einen Stapel vorübergehend zu halten, bevor er weiterzieht. Beispiel: Du willst eine rote 7 bewegen, aber keine schwarze 8 liegt frei. Also ziehst du zuerst einen anderen Stapel um, um eine schwarze 8 freizulegen, parkst darauf den Stapel mit der roten 7 – und setzt dann deinen ursprünglichen Plan fort. Dieses „Trittstein“-Prinzip ist nur dank Yukons Bewegungsregeln möglich.
7. Erkennen, wann sich ein Rückzieher lohnt
Trotz der 15-Punkte-Strafe ist es manchmal nötig, eine Karte vom Basisstapel zurück ins Tableau zu holen. Wenn dieser Zug mehrere verdeckte Karten freilegt oder eine entscheidende Sequenz ermöglicht, überwiegt der langfristige Gewinn oft den unmittelbaren Punktverlust.
8. Farbbalance wahren
Versuche, rote und schwarze Karten im Tableau ausgewogen verfügbar zu halten – das maximiert deine Bewegungsoptionen. Sind zu viele Karten derselben Farbe erreichbar, bleiben dir weniger regelkonforme Züge.
Fortgeschrittene Taktiken
Karten zählen und Verteilung
Mit etwas Erfahrung entwickelst du ein Gespür für die Kartenverteilung jeder Partie. Das Deck enthält 26 rote und 26 schwarze Karten, verteilt auf vier Farben. Wer im Kopf mitverfolgt, wie viele Karten jeder Färbung und welche Schlüsselränge (vor allem Könige) schon aufgetaucht sind, trifft bessere strategische Entscheidungen.
Der „Deep-Dive“-Ansatz
Manchmal führt nur eins zum Sieg: eine scheinbar gut sortierte Spalte gezielt auseinanderzunehmen, um an eine entscheidende verdeckte Karte zu gelangen. Dieser „Deep Dive“ stiftet kurzfristig Chaos, kann aber genau die Karten freisetzen, die das gesamte Puzzle lösen. Anfänger scheuen davor zurück, sichtbare Ordnung zu zerstören – Experten wissen, wann kontrolliertes Chaos nötig ist.
Das König-Problem
Könige dürfen nur in leere Spalten ziehen – das macht sie wertvoll und problematisch zugleich. Liegt ein König tief in einer Spalte unter vielen Karten begraben, kann es sich lohnen, ihm einen Fluchtweg zu bahnen – selbst wenn das mehrere Züge kostet. Ein König an der falschen Stelle kann deine gesamte Partie ausbremsen.
Strategische Szenarien
| Situation | Antwort des Experten |
|---|---|
| Mehrere verdeckte Karten in einer Spalte | Decke zuerst die Karten der ganz rechten Spalte auf (sie blockieren die meisten Optionen) |
| Ein Stapel versperrt den Zugriff auf eine verdeckte Karte | Verschiebe ihn notfalls in eine andere Spalte – auch wenn es nicht ideal ist |
| Zwei Könige früh verfügbar | Halte einen für künftige leere Spalten bereit |
| Basisstapel-Aufbau im Endspiel | Beschleunige die Züge auf die Basisstapel, sobald das Tableau größtenteils offen liegt |
| A-2-3-Sequenz im Tableau | Meist besser auf den Basisstapel – außer die 3 stützt wichtige höhere Karten |
Wahrscheinlichkeiten und Siegquoten
Yukon Solitär ist gewinnbarer, als viele glauben. Das zeigen die Statistiken:
Theoretische Siegquote (perfektes Spiel): Rund 70–75% aller Yukon-Blätter sind theoretisch lösbar.
Menschliche Siegquoten:
- Einsteiger: 15–25%
- Fortgeschrittene: 30–40%
- Experten: 50–60%
Durchschnittliche Züge pro gewonnener Partie: 160–220 Züge
Durchschnittliche Spielzeit (geübter Spieler): 5–8 Minuten
Häufige Fehler und ihre Lösungen
Nur auf sichtbare Sequenzen achten
Lösung: Suche immer nach Gelegenheiten, verdeckte Karten aufzudecken – selbst wenn du dafür eine vielversprechende sichtbare Sequenz aufbrechen musst.Könige zu früh bewegen
Lösung: Prüfe vor dem Umzug eines Königs, dass er danach keine wichtigen Karten unter sich abriegelt – Könige sind nur eingeschränkt beweglich.Basisstapel zu aggressiv aufbauen
Lösung: Behalte mittlere Karten (besonders 7–10) im Tableau, bis du sicher bist, dass du sie nicht mehr für Tableau-Züge brauchst.Komplexen Stapel-Zügen ausweichen
Lösung: Nutze Yukons Alleinstellungsmerkmal – jede sichtbare Karte mitsamt allem, was auf ihr liegt, zu bewegen. Genau das entriegelt oft verfahrene Stellungen.Die Spaltenbalance ignorieren
Lösung: Halte die Spalten ungefähr gleich hoch; stark unausgewogene Spalten erzeugen lästige Engpässe.
Historischer Kontext und Wissenswertes
Ursprung: Yukon entstand vermutlich Mitte des 20. Jahrhunderts; die genauen Ursprünge liegen im Dunkeln. Der Name erinnert an das raue Yukon-Territorium in Kanada und weckt Pioniergeist.
Digitales Comeback: Richtig populär wurde das Spiel, als es in den 1990er-Jahren in digitale Solitär-Sammlungen aufgenommen wurde.
Stammbaum: Yukon gehört zur „Klondike-Familie“ der Solitär-Spiele und teilt Eigenschaften mit Klondike, Russisch Solitär und Alaska (alle nach Goldrausch-Schauplätzen benannt). Russisch Solitär ist die engste Verwandte – gleiche Regeln, aber das Tableau wird in derselben Farbe (statt abwechselnd rot und schwarz) aufgebaut, was das Spiel deutlich schwerer macht. Auch Australian Patience und Alaska gehören zur Yukon-Familie, jeweils mit einem eigenen Dreh bei den Bewegungsregeln.
Mathematisch interessant: Die einzigartige Bewegungsregel macht Yukon zu einem spannenden Objekt für computergestützte Analysen – an optimalen Lösungsalgorithmen wird weiterhin geforscht.
Yukon vs. Alaska: In der nahen Variante „Alaska“ entfällt der Rot-Schwarz-Wechsel: Jede niedrigere Karte darf auf jede höhere gelegt werden, egal welcher Färbung.
Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert die Regel „jede sichtbare Karte darf ziehen“ in der Praxis?
Die Regel bedeutet: Du kannst jede Karte anfassen, die du sehen kannst – ganz gleich, wie viele Karten auf ihr liegen – und sie (mitsamt allen Karten darüber) an einen regelkonformen Zielort verschieben. Zeigt Spalte 1 zum Beispiel ♠K, ♦5, ♥9, ♣2 (von unten nach oben), kannst du die ♦5 samt allem darüber (♦5, ♥9, ♣2) als Einheit bewegen.
Gibt es Einschränkungen beim Bewegen von Karten in Yukon?
Ja. Du darfst zwar jede sichtbare Karte bewegen, musst beim Ablegen aber weiterhin absteigend und mit wechselnder Färbung bauen: Eine Karte (samt ihrem Stapel) darf nur auf eine Karte gelegt werden, die einen Rang höher ist und die entgegengesetzte Färbung (rot/schwarz) hat. Außerdem dürfen nur Könige in leere Spalten.
Wie verbessere ich meine Siegquote in Yukon?
Der Schlüssel zu konstanteren Siegen liegt im geschickten Tableau-Management. Decke verdeckte Karten früh auf, schaffe mindestens eine leere Spalte für mehr Flexibilität und denke stets mehrere Züge voraus. Mit der Erfahrung entwickelst du ein Gespür dafür, wann du die Basisstapel aufbaust und wann du dich aufs Umsortieren des Tableaus konzentrierst.
Kann ich Karten von den Basisstapeln zurück ins Tableau holen?
Ja, Yukon erlaubt es, Karten von den Basisstapeln zurück ins Tableau zu holen. Das kostet allerdings in der Regel 15 Punkte Strafe. Setze diese Option sparsam ein – nur dann, wenn sie dir entscheidende strategische Vorteile verschafft.
Was ist der Unterschied zwischen Yukon und Russisch Solitär?
Die Regeln sind nahezu identisch – mit einem entscheidenden Unterschied: Bei Russisch Solitär wird das Tableau in derselben Farbe aufgebaut statt abwechselnd rot und schwarz, was das Spiel deutlich schwerer macht. Die große Bewegungsfreiheit – jede sichtbare Karte samt der Karten darüber zu verschieben – gilt in beiden Spielen.
Ähnelt Yukon eher Klondike oder FreeCell?
Yukon liegt in Mechanik und Anspruch zwischen beiden. Wie bei Klondike wird das Tableau abwechselnd rot und schwarz aufgebaut. Wie bei FreeCell liegen von Anfang an alle Karten im Spiel – ohne Talon. Die einzigartige Bewegungsregel verleiht ihm eine eigene strategische Note, die erfahrene Solitär-Spieler als erfrischend anders empfinden.
Meisterzüge: Tipps vom Experten
Stehen mehrere Züge zur Wahl, nimm den, der eine verdeckte Karte in der ganz rechten Spalte aufdeckt – diese Karten blockieren typischerweise die meisten Optionen.
Konzentriere dich früh im Spiel auf lange, farblich alternierende Sequenzen, statt einzelne Karten auf die Basisstapel zu schieben. Baue erst eine solide Tableau-Struktur auf, bevor du die Züge auf die Basisstapel beschleunigst.
Behalte „verwaiste“ Karten im Blick – Karten ohne logisches Zuhause im aktuellen Tableau. Sie zeigen dir oft, wohin du deine strategische Energie lenken solltest.
Manchmal musst du ein vorübergehend unordentliches Tableau in Kauf nehmen, um die perfekten Bedingungen für eine große Umstrukturierung zu schaffen. Kontrolliertes Chaos ist erlaubt, wenn es einem strategischen Zweck dient.
Die stärksten Züge befreien oft eine wertvolle Karte (etwa einen König oder ein Ass), die unter mehreren anderen begraben liegt – auch wenn dafür mehrere Zwischenschritte nötig sind.
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