Mexican Train vs Chicken Foot: Wo liegt der Unterschied?
Mexican Train vs Chicken Foot im Vergleich - persönliche Züge gegen eine gemeinsame Auslage, die Doppelstein-Regel, Wertung und was zu euch passt.
Inhaltsverzeichnis
Diese beiden Spiele werden ständig verwechselt, und das ist leicht nachvollziehbar: dieselben Dominosteine, dasselbe Herunterzählen der Runden, dieselbe Idee, dass die Augen in deiner Hand gegen dich zählen. Gruppen besitzen oft beide und beschreiben sie austauschbar als „das Dominospiel mit den Zügen“. Es sind nicht dieselben Spiele, und der Unterschied ist größer, als er zunächst wirkt.
Die Kurzfassung: Mexican Train gibt jedem eine eigene Spur, Chicken Foot lässt alle um ein einziges gemeinsames Feld kämpfen. Alles Weitere folgt daraus.
Mexican Train vs Chicken Foot auf einen Blick
| Mexican Train | Chicken Foot | |
|---|---|---|
| Auslage | Persönlicher Zug pro Spieler, dazu ein gemeinsamer Mexican Train | Eine gemeinsame Auslage, keine persönlichen Züge |
| Wo darf man legen | Eigener Zug, Mexican Train und jeder gegnerische Zug, der offen markiert ist | Jedes offene Ende der einen gemeinsamen Auslage |
| Zugmarker | Ja - markiere deinen Zug, wenn du nicht legen kannst | Keine |
| Doppelsteine | Müssen mit dem nächsten Zug gedeckt werden | Die nächsten drei Züge müssen von ihm abzweigen und den Fuß bilden |
| Üblicher Satz | Doppel-12 (91 Steine) | Doppel-9 (55) oder Doppel-12 (91) |
| Volles Spiel | Eine Runde pro Doppelstein, absteigend | Eine Runde pro Doppelstein, absteigend |
| Doppel-Blank | Nach Standardwertung 0 wert | 50 Punkte wert |
| Spielgefühl | Planung, parallele Spuren, stille Spannung | Störung, Blockade, ständige Ausschläge |
Der strukturelle Unterschied: Züge gegen eine gemeinsame Auslage
Bei Mexican Train kommt die Lokomotive in die Mitte, und jeder Spieler baut seine eigene Kette von ihr aus. Dein Zug gehört dir. Niemand sonst darf ihn anfassen, solange du nicht am Legen scheiterst und einen Marker darauf setzt - ab dann steht er dem Tisch offen, bis du wieder darauf legst. Neben diesen persönlichen Zügen liegt ein gemeinsamer Mexican Train, den jeder jederzeit beginnen oder verlängern darf.
Genau diese Struktur macht Mexican Train zu einem Spiel der Planung. Du kannst deine Hand schon vor Rundenbeginn zu einer langen Kette ordnen und sie dann über die Runde hinweg ablegen, weil die Spur für dich reserviert ist. Das Gesamtbild liefern die vollständigen Mexican Train Regeln.
Chicken Foot hat davon nichts. In der Mitte liegt eine einzige gemeinsame Auslage - oft Hühnerhof genannt - und jeder legt an das offene Ende an, das er bedienen kann. Keine Spuren, kein Besitz, keine Marker. Dein sorgfältiger Plan kann von den zwei Leuten zerlegt werden, die vor deinem nächsten Zug an der Reihe sind, weil die Enden, mit denen du gerechnet hast, dann schlicht verschwunden sind.
Die Doppelstein-Regel ist der eigentliche Trennstrich
Wenn du dir nur einen Unterschied merkst, dann diesen.
Bei Mexican Train bringt dir ein gelegter Doppelstein sofort einen zusätzlichen Zug, und dieser Zug muss den Doppelstein decken. Bis er gedeckt ist, ist dieser Doppelstein für alle die einzige legale Stelle am Tisch. Kannst du deinen eigenen Doppelstein nicht decken, ziehst du einen Stein, und wenn auch das scheitert, kommt ein Marker auf deinen Zug und die folgenden Spieler müssen der Reihe nach versuchen, ihn zu decken. Es ist eine scharfe, aber kurzlebige Blockade. Der Abschnitt zu Doppelsteinen in den Regeln behandelt jeden Sonderfall.
Bei Chicken Foot legt ein Doppelstein den Tisch weit länger still. Die nächsten drei Züge - vom jeweils nächsten Spieler, nicht von dem, der ihn gelegt hat - müssen alle an diesen Doppelstein angelegt werden und von ihm abzweigen, bis drei Steine von ihm abstehen. Diese gespreizte, dreizehige Form ist der Hühnerfuß, der dem Spiel den Namen gibt. Erst wenn der Fuß fertig ist, öffnet sich die übrige Auslage wieder. Der Eröffnungsdoppelstein jeder Runde wird genauso behandelt: Die Auslage muss von ihm aus nach allen Seiten bebaut werden, bevor sie sich ausbreitet.
Praktisch ist die Wirkung enorm. Bei Chicken Foot kann ein einziger Doppelstein die nächsten drei Züge des gesamten Tisches diktieren, was das Zurückhalten von Doppelsteinen zu einer echt aggressiven Waffe macht - und darauf sitzen zu bleiben zu einem deutlich größeren Risiko.
Wertung: Woher der 50-Punkte-Doppel-Blank kommt
Beide Spiele werten im Grunde gleich. Sobald jemand seinen letzten Stein legt, endet die Runde. Dieser Spieler bekommt null, alle anderen zählen die Augen in ihrer Hand, und der niedrigste Gesamtstand nach allen Runden gewinnt.
Der Unterschied ist der Doppel-Blank. Bei Chicken Foot zählt der 0-0 fünfzig Punkte - das ist Standard, manche Gruppen zählen 25. Nach der Standardwertung von Mexican Train ist jeder Stein schlicht seine Augen wert, der Doppel-Blank also gar nichts.
Das ist der Erwähnung wert, weil der 50-Punkte-Doppel-Blank zu den häufigsten Hausregeln bei Mexican Train gehört und mit großer Wahrscheinlichkeit in Haushalten übergewandert ist, die beides spielen. Wenn deine Familie das bei Mexican Train so handhabt, spielt ihr einen Import aus Chicken Foot - eine völlig brauchbare Hausregel, nur eben nicht die Standardregel. Unser Wertungsleitfaden behandelt die Standardmethode und die verbreiteten Varianten.
Ziehen, Passen und Feststecken
Mexican Train hat hier die nachsichtigere Struktur. Kannst du nicht legen, ziehst du einen Stein, und passt der auch nicht, markierst du deinen Zug als offen und beendest deinen Zug. Der Marker kostet wirklich etwas - Gegner dürfen nun auf deinen Zug abwerfen -, aber du hast später immer irgendwo Platz, weil sich rund um den Tisch offene Züge ansammeln.
Chicken Foot ist gnadenloser. Es gibt weder Marker noch persönliche Züge: Kannst du nicht legen, ziehst du einen Stein und passt andernfalls einfach. Weil die Auslage häufig von einem unfertigen Fuß eingefroren ist, passiert das öfter - und es gibt kein Gegenstück zum freundlichen offenen Zug, der deinen schlimmsten Stein aufnimmt.
Woher Chicken Foot stammt
Ehrlich gesagt: Das ist schlecht dokumentiert. Chicken Foot soll in Texas oder Mexiko entstanden sein und wird allgemein als Version des älteren Dominospiels Malteserkreuz beschrieben, das die Idee teilt, von einem zentralen Doppelstein aus in festgelegte Richtungen zu bauen. Darüber hinaus ist die Spur eher Folklore als Beleg.
Dieselbe Vorsicht gilt für Mexican Train, dessen Name eine weit bessere Geschichte hat, als die meisten erwarten - was belegt ist und was Legende, steht auf unserer Mexican Train Geschichtsseite.
Die Kreuzung: Verzweigende Doppelsteine
Es gibt eine bekannte Mexican-Train-Variante, die den Chicken-Foot-Mechanismus direkt übernimmt. Bei verzweigenden Doppelsteinen muss ein Doppelstein nicht nur einmal gedeckt werden, sondern eröffnet einen neuen Ast, der mit mehreren Steinen bebaut werden muss, bevor es normal weitergeht. Gruppen, die beide Spiele mögen, driften oft in diesen Hybrid ab, ohne zu merken, dass sie die beiden verschmolzen haben.
Das ist eine legitime Spielweise, und sie macht Mexican Train deutlich chaotischer. Wenn dein Tisch das will, ist es einfacher, gleich Chicken Foot zu spielen. Unsere Variantenseite behandelt verzweigende Doppelsteine neben den übrigen verbreiteten Hausregeln.
Welches solltet ihr spielen?
Spielt Mexican Train, wenn eure Gruppe gern plant, jeder in jedem Zug etwas Sinnvolles tun soll oder ihr mit einer breiten Altersspanne spielt. Die Struktur der persönlichen Züge sorgt dafür, dass Anfänger in Ruhe an ihrer eigenen Kette bauen können, ohne jede Runde von Erfahreneren zerlegt zu werden - genau deshalb wurde es zum festen Bestandteil von Familienfeiern und Seniorentreffs.
Spielt Chicken Foot, wenn eure Gruppe Blockieren mag, Ausschläge liebt und es nicht stört, dass ein Plan zwischen zwei Zügen zerrissen wird. Es ist schneller erklärt, spielt sich gut mit einem Doppel-9-Satz, und der Fuß-Mechanismus erzeugt herrlich komische Momente, in denen der ganze Tisch von einem einzigen Stein in Geiselhaft genommen wird.
Wenn du Mexican Train gleich ausprobieren willst: Unsere Version ist kostenlos im Browser spielbar - solo gegen Bots in Einfach, Mittel oder Schwer oder im Pass & Play mit bis zu 4 am Tisch. Jede Verteilung ist echt zufällig und aus ihrem Seed reproduzierbar, es wird also nichts für oder gegen dich geschoben. Ganz neu im Spiel? Die Einsteiger-Anleitung erzählt eine komplette Runde vom Austeilen bis zur Schlusswertung.